Baaske und Sibylle in Hennickendorf

Hennickendorf
Am letzten Donnerstag, am 27. August, kam Günter Baaske, früherer Sozialminister des Landes Brandenburg und jetziger Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion in unseren Landtagswahlkreis und besuchte zusammen mit unserer Direktkandidaten Sibylle Einrichtungen in Strausberg, Petershagen-Eggersdorf und Rüdersdorf. Dort sprach er mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einer Kita, einer Schwangerschaftskonfliktberatung und mit dem Betriebsrat eines Seniorenheims.

Höhepunkt des Besuchs war jedoch Hennickendorf. Dort ließ es sich Günter Baaske nicht nehmen, den Wachtelturm zu ersteigen. Reinhard Henze, dessen Vater zu den Mitgründern des Wachtelturms gehört, gab fachkundige Erläuterungen zu der Entstehung des Turms, zu Hennickendorf und zur Umgebung. Reinhard Henze erwähnte, dass der Wachtelturm im Volksmund auch „Jagiela-Turm“ genannt wird. Denn dem großen Engagement des Vaters des ebenfalls anwesenden Georg Jagiela war es zu verdanken, dass der Turm ein tragfähiges Fundament beibehielt.
Anschließend ging es ins Heimatmuseum. Dort hatte Regina Wolter eine große Überraschung parat. Sie offenbarte sich als langjährige gute Freundin und glühende Verehrerin von Regine Hildebrandt und präsentierte eine Mappe mit einem breiten Schriftwechsel, den die beiden geführt hatten. Baaske zeigte sich davon sehr beeindruckt und lud sie zum nächsten Festakt zur Anerkennung des Ehrenamtes nach Potsdam ein. Am Schluss erhielt Regina Wolter die neueste Biografie über Regine Hildebrandt als Auszeichnung für ihre engagierte ehrenamtliche Tätigkeit in Hennickendorf.

Bezahlung von Polizeibeamten unter dem Existenzminimum?

Sibylle auf MZ_klein
Vor einiger Zeit tauchten in den Zeitungen Anzeigen auf, die wie Stellenausschreibungen der Polizei aussahen. Bei näherem Hinsehen stellte sich jedoch heraus, dass hier die Gewerkschaft der Polizei auf Missstände aufmerksam machte. Das Fazit dieser Anzeige lautete: „Bewerbungen richten Sie an die Landesregierung Brandenburg oder besser gleich an ein anderes Bundesland.“

Diese Veröffentlichung nahm Dr. Sibylle Bock, die für die SPD für den Brandenburger Landtag kandidiert, zum Anlass, sich mit Vertretern der Gewerkschaft der Polizei zu treffen, die ihr erläuterten, in welche soziale Schieflage das Besoldungs- und Beförderungssystem im Lande Brandenburg geraten ist. So würde die Bezahlung in den unteren Dienstgraden nicht ausreichen, um eine Familie mit Kindern zu ernähren. Besonders gravierend sei, dass sich in diesen Verwendungen nicht nur Anfänger und jüngere Leute befänden, sondern auch Kräfte, die schon viele Jahre lang im Polizeidienst seien. Es fehle aber an Stellen, auf denen sie besser bezahlt werden. Insgesamt sei die Besoldung der Polizei im Lande Brandenburg im Bundesvergleich am bescheidensten. Darunter leide die Polizeiarbeit. Der Krankenstand sei sehr hoch. Viele Kollegen seien demotiviert.

Um es nicht bei Informationen durch eine Interessensvertretung zu belassen, bat Dr. Sibylle Bock den Leiter des Schutzbereichs Märkisch-Oderland Olaf Berlin um ein Gespräch. Dieser konnte der Argumentation der Gewerkschafter nicht widersprechen. Hier sei die Politik gefragt, für Verbesserungen zu sorgen. Doch wies er auch darauf hin, dass trotzdem eine sehr gute Arbeit geleistet werde. Dafür spreche die ausgezeichnete Aufklärungsquote im Schutzbereich.

Im Gegensatz zur personellen Ausstattung lobte er die eingesetzte Technik wie Fuhrpark, EDV und demnächst den Digitalfunk. Diese habe einen hohen Standard. Durch den geplanten Neubau in der Wriezener Straße würden die Arbeitsbedingungen erheblich verbessert werden.
Ob es für die Mitarbeiter denn auch eine Kantine geben werden, wollte Sibylle Bock wissen. Denn sie habe gehört, dass die zur Verfügung stehende halbe Stunde Mittagszeit kaum ausreichte, um das Essen von außerhalb zu besorgen und einzunehmen. Nein, hieß es, es seien leider nur Teeküchen geplant.

Auf die Frage, ob denn im hiesigen Schutzbereich auch ehemalige Stasi-Mitarbeiter tätig seien, antwortete Olaf Berlin, dass dies der Fall sei. Diese seien jedoch schon mehrfach „durchleuchtet“ worden, ob sie sich etwas zu Schulden haben kommen lassen. Man habe nur diejenigen behalten, die eine reine Weste haben.

Nach der anschließenden Führung durch das teilweise recht marode Polizeigebäude wollte Sibylle Bock noch die Polizeihunde sehen. Diese waren jedoch gerade unterwegs.
Doch bot sich ein paar Tage später beim Blaulichttreffen Gelegenheit, einige dieser Tiere in Aktion zu erleben und den Fuhrpark von historischen Einsatzfahrzeugen zu inspizieren.

Sibylle: Andere können es gemütlich angehen, ich muss mich bewegen

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Ich möchte in den Landtag! Das habe ich mir fest vorgenommen. Zu oft begegne ich als Anwältin gesetzlichen Regelungen, die meiner Meinung nach falsch sind.
Deshalb möchte ich im Landtag, wo zumindest ein Teil dieser Gesetze beschlossen wird, mitgestalten können und die Erfahrungen aus meiner Praxis einbringen.
Dieses Ziel ist aber schwer zu erreichen. Ich trete in einem Wahlkreis an, der die Hochburg einer bestimmten Partei ist, die eine sehr disziplinierte Wählerschaft besitzt. Ich muss einiges tun, um die Menschen, die der SPD und mir nahe stehen, an die Wahlurnen zu bringen. Damit habe ich auch frühzeitig angefangen.
Das fällt vielen auf und ich werde gefragt, warum ich so engagiert Wahlkampf mache, während sich andere Kandidaten noch im Dornröschenschlaf befinden.
Die Antwort ist ganz einfach: Die Kandidatinnen der beiden anderen großen Parteien haben es bequem. Sie müssen überhaupt keinen Wahlkampf führen, kein einziges persönliches Plakat aufhängen. Denn es steht schon jetzt fest, bevor gewählt wurde (!), dass sie dem nächsten Landtag angehören werden. Denn sie sind auf der Liste ihrer Partei abgesichert.
So einfach habe ich es nicht. Ich finde diese Regelung auch falsch. Denn nach meinem Demokratieverständnis sollte es im Parlament keine Volksvertreter geben, die nicht von den Bürgern dazu bestimmt wurden.
Aber weil es so ist, wie es ist, muss ich für mein Ziel kämpfen, während sich die anderen gemütlich zurück lehnen können. So bekomme ich viele neue Eindrücke und es macht mir Freude, mit den Menschen meines Wahlkreises zusammen zu kommen, mit ihnen zu reden, ihnen zuzuhören, mit ihnen zu feiern.