Bezahlung von Polizeibeamten unter dem Existenzminimum?
10 / Aug / 2009 / 17:16

Diese Veröffentlichung nahm Dr. Sibylle Bock, die für die SPD für den Brandenburger Landtag kandidiert, zum Anlass, sich mit Vertretern der Gewerkschaft der Polizei zu treffen, die ihr erläuterten, in welche soziale Schieflage das Besoldungs- und Beförderungssystem im Lande Brandenburg geraten ist. So würde die Bezahlung in den unteren Dienstgraden nicht ausreichen, um eine Familie mit Kindern zu ernähren. Besonders gravierend sei, dass sich in diesen Verwendungen nicht nur Anfänger und jüngere Leute befänden, sondern auch Kräfte, die schon viele Jahre lang im Polizeidienst seien. Es fehle aber an Stellen, auf denen sie besser bezahlt werden. Insgesamt sei die Besoldung der Polizei im Lande Brandenburg im Bundesvergleich am bescheidensten. Darunter leide die Polizeiarbeit. Der Krankenstand sei sehr hoch. Viele Kollegen seien demotiviert.
Um es nicht bei Informationen durch eine Interessensvertretung zu belassen, bat Dr. Sibylle Bock den Leiter des Schutzbereichs Märkisch-Oderland Olaf Berlin um ein Gespräch. Dieser konnte der Argumentation der Gewerkschafter nicht widersprechen. Hier sei die Politik gefragt, für Verbesserungen zu sorgen. Doch wies er auch darauf hin, dass trotzdem eine sehr gute Arbeit geleistet werde. Dafür spreche die ausgezeichnete Aufklärungsquote im Schutzbereich.
Im Gegensatz zur personellen Ausstattung lobte er die eingesetzte Technik wie Fuhrpark, EDV und demnächst den Digitalfunk. Diese habe einen hohen Standard. Durch den geplanten Neubau in der Wriezener Straße würden die Arbeitsbedingungen erheblich verbessert werden.
Ob es für die Mitarbeiter denn auch eine Kantine geben werden, wollte Sibylle Bock wissen. Denn sie habe gehört, dass die zur Verfügung stehende halbe Stunde Mittagszeit kaum ausreichte, um das Essen von außerhalb zu besorgen und einzunehmen. Nein, hieß es, es seien leider nur Teeküchen geplant.
Auf die Frage, ob denn im hiesigen Schutzbereich auch ehemalige Stasi-Mitarbeiter tätig seien, antwortete Olaf Berlin, dass dies der Fall sei. Diese seien jedoch schon mehrfach „durchleuchtet“ worden, ob sie sich etwas zu Schulden haben kommen lassen. Man habe nur diejenigen behalten, die eine reine Weste haben.
Nach der anschließenden Führung durch das teilweise recht marode Polizeigebäude wollte Sibylle Bock noch die Polizeihunde sehen. Diese waren jedoch gerade unterwegs.
Doch bot sich ein paar Tage später beim Blaulichttreffen Gelegenheit, einige dieser Tiere in Aktion zu erleben und den Fuhrpark von historischen Einsatzfahrzeugen zu inspizieren.








