Sibylle: Andere können es gemütlich angehen, ich muss mich bewegen

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Ich möchte in den Landtag! Das habe ich mir fest vorgenommen. Zu oft begegne ich als Anwältin gesetzlichen Regelungen, die meiner Meinung nach falsch sind.
Deshalb möchte ich im Landtag, wo zumindest ein Teil dieser Gesetze beschlossen wird, mitgestalten können und die Erfahrungen aus meiner Praxis einbringen.
Dieses Ziel ist aber schwer zu erreichen. Ich trete in einem Wahlkreis an, der die Hochburg einer bestimmten Partei ist, die eine sehr disziplinierte Wählerschaft besitzt. Ich muss einiges tun, um die Menschen, die der SPD und mir nahe stehen, an die Wahlurnen zu bringen. Damit habe ich auch frühzeitig angefangen.
Das fällt vielen auf und ich werde gefragt, warum ich so engagiert Wahlkampf mache, während sich andere Kandidaten noch im Dornröschenschlaf befinden.
Die Antwort ist ganz einfach: Die Kandidatinnen der beiden anderen großen Parteien haben es bequem. Sie müssen überhaupt keinen Wahlkampf führen, kein einziges persönliches Plakat aufhängen. Denn es steht schon jetzt fest, bevor gewählt wurde (!), dass sie dem nächsten Landtag angehören werden. Denn sie sind auf der Liste ihrer Partei abgesichert.
So einfach habe ich es nicht. Ich finde diese Regelung auch falsch. Denn nach meinem Demokratieverständnis sollte es im Parlament keine Volksvertreter geben, die nicht von den Bürgern dazu bestimmt wurden.
Aber weil es so ist, wie es ist, muss ich für mein Ziel kämpfen, während sich die anderen gemütlich zurück lehnen können. So bekomme ich viele neue Eindrücke und es macht mir Freude, mit den Menschen meines Wahlkreises zusammen zu kommen, mit ihnen zu reden, ihnen zuzuhören, mit ihnen zu feiern.